Kurzgeschichten     Satrire    und     Erstes

 

 

 

                                                        

                                                            Meine Tochter Ilona rechts u. meine Nichte Karin links               

 

 

 

 

                                        Die Suche nach dem Dings - Bums !

 

Es gibt bestimmt niemanden in Bayern, der es nicht kennt, oder der nicht schon davon gehört hat.

Eventuell Preussen !

Zuhause ist es in Wirtshäusern, Schulen, Krämereien auf dem Lande, kurzum überall.

Ja sogar in unserer Familie.

Meine Töchter reden öfters davon.

Das seltsame an diesem Ding ist, dass keiner so genau weiss wie es aussieht und was es eigentlich ist.

Jedenfalls scheint dieses Dings - Bums sehr praktisch zu sein, denn jeder hat es geschwind zur Hand,

wenn er es braucht.

Als ich vor kurzem bei einer Unterhaltung zuhörte, da bemerkte ich, dass vielmehr von diesem seltsamen

Ding gesprochen wurde, als von etwas anderem.

Das machte mich dann doch so neugierig, dass ich nach Hause rannte um im Duden nachzuschlagen.

Aber so lange ich auch suchte, ich konnte einfach nichts entdecken, dass sich Dings - Bums nannte.

Ich blätterte wochenlang von vorne nach hinten, von hinten nach vorne.

Nichts !

Total abgemagert und entkräftet wendete ich mich endlich an meine beiden Töchter, denn die mussten

es doch wissen.

Ja natürlich, warum kam ich denn nicht schon früher darauf ?

Aber die schauten mich nur erstaunt und sprachlos an und liessen mich einfach stehen.

Sie redeten zwar öfters davon, aber anscheinend wussten sie auch nichts genaues.

Jetzt stehe ich ratlos da und weiss nicht wie ich diesem geheimnissvollen Ding auf die Spur kommen

kann.

Könnten Sie mir vielleicht bei der Aufklärung dieser verzweifelten Frage helfen ?

Ich wäre aussermir vor Freude und wirklich sehr erleichtert !

Vielleicht könnte ich dann nachts wieder schlafen, ohne zu grübeln oder von Ding - Bums verfolgt

aus einem Alptraum aufzuschrecken.

Schlottern und schweissgebadet !

Ich flehe Sie an !

Helfen Sie mir !

                                                                                                                 by Roswitha Sban

 

 

                                                         

 

 

 

                                               Keine Garantie !

 

Du, ich, ja jeder von uns, wird wohl schon einmal in einer Situation gewesen sein,

aus der er nicht mehr heraus findet.

Und wenn es sich dann auch noch um ein Geschehen handelt, über das man sich so sicher war,

so etwas könnte mir sowieso nie passieren, da stehst du dann ganz schön daneben.

Konfus und entsetzt musst du dann der bitteren Wahrheit in's Gesicht sehen.

Obe es dir nun passt oder nicht.

Nach der anfänglichen Verwirrung musst du dich dann mit dem ganzen Geschehen auseinnander setzen

und es erst einmal verarbeiten, wenn du stark genug dazu bist.

Wenn nicht, dann quälst du dich mit Depressionen, Selbstvorwürfen und Selbstzerstörungsgedanken

herum. Ja sogar soweit kann es kommen und du musste verdammt gut aufpassen dass du dich nicht

in dieser Hoffnungslosigkeit verlierst.

Dann ist da ja auch noch die Angst vor den lieben Mitmenschen, deinen Nachbarn, den Verwandten

und den lieben Freunden.

Du zermarterst dir das Hirn, was werden die nur dazu sagen ?

Und du glaubst, das kannst du nicht aushalten.

Aber das ist falsch, du kannst vieles ertragen !

Ich frage mich manchmal, warum muss man sich immer um  die Gedankengänge anderer scheren ?

Warum kann man nicht aus seiner Haut heraus, wenn sie einen so furchtbar quält ?

Warum hat man immer Angst, seine Mitmenschen zu verletzen und zu quälen ?

Lieber verzichtest du in deiner Schwäche und Hilflosigkeit auf alles was dir die Welt bedeutet und dich

glücklich macht.

Glücklicher als alles bisher dagewesene.

Warum nimmt keiner die Dinge wie sie wirklich sind ?

Ich möchte nicht wissen, wie viele unglückliche Menschen sich hinter ihrem Lächeln und ihrem

unbekümmerten Getue verstecken.

Ich glaube mir würde das Herz brechen.

Viele spielen sich selbst nur die heile Welt vor.

Sie vergessen vor lauter Gewohnheit dass es ja nur ihre seelige oder unglückseelige Scheinwelt ist in

der sie leben.

Aber was tust du, wenn du es in dieser gaukelnden Scheinwelt nicht mehr aushalten kannst ?

Hast du dir das schon einmal überlegt ?

Na da siest du dass es gar nicht so leicht ist, den gewohnten Trott aufzugeben und du merkst,

dass du ein erbärmlicher Feigling bist.

Wenn du das alles nicht verkraften kannst, dann lass dir schon mal, bei deinem Arzt ein paar

Termine geben, weil dir dann nämlich das ganze Theater entweder auf den Magen, das Herz

oder sonst wohin schlägt.

Mit der Ruhe ist es dann auch vorbei und deine Nerven flattern Tag und Nacht.

Nachts in deinem Bett bekommst du dann Atemnot und du glaubst dein letztes Stündchen

hätte geschlagen.

So dass du jede Nacht aufs neue Angst hast  vor dem zu Bett gehen.

Da rennst du dann den Ärzten die Tür ein, damit sie dir helfen.

Die bringen dir dann schonend bei, dass dir organisch gar nichts fehlt.

Dass du sozusagen kerngesund bist.

Das sind die Nerven heisst es dann.

Phsychisch bedingt !

Und da wären wir wieder an Ausgangspunkt.

Wie kann der Körper gesund sein , wenn die Seele leidet ?

Nun weisst du , der Körper ist der ehrliche Spiegel deiner Seele !

Und bedenke !

Es gibt nicht endlos viele Morgen !

 

                                                                                                             by Roswitha Sban

                                                

                                                             

 

                           Cremeprobenschönheit kostenlos

 

Das Gesicht einer dieser Porzelanpuppen habe ich nicht, auch nicht die Schönheit von Schneewittchen,

das sagte mir eines Morgens  mein Badezimmerspiegel als ich ihn fragte.

Spieglein , Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land ?

Er sah mich nur trostlos und erbärmlich an und sprach.

Du weisst doch das ist Schneewittchen hinter den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen,

doch du, du bist nur Roswitchen.

Bums, das saß !

Total unter Schock stehend, schweissgebadet, blass wie ein Gespenst, taumelte ich aus dem Bad.

Jetzt musste ich mich erst einmal erholen.

Ich schenkte mir ein Glas Milch ein, für die Schönheit von innen, denn irgendwo musste ich ja

beginnen, etwas für mein Aussehen zu tun.

Dann nahm ich mir eine Illustrierte und da stand es dann schwarz auf weiss.

Es sprang mir sozusagen direkt in's Gesicht, ohne dass ich mich dagegen wehren konnte.

Einige Kosmetikfirmen gaben in den Apotheken kostenlos Cremeproben aus.

Also nicht lange fackeln, nichts wie hin !

Hoffentlich war es noch nicht zu spät für mich !

Ich rannte mir die Lunge aus dem Leib und endlich stand ich vor ihm, dem Apotheker.

Nein einem Gott !

Er gab mir alles, war meine weibliche Eitelkeit sich erträumte.

Einige Proben dieser, einige von jener Kosmetika.

In diesem Moment liebte ich diesen wunderbaren Mann !

Oh nein, ich vergötterte ihn !

Aber warum sah er mich nur so mitleidsvoll an ?

So hässlich bin ich ich doch nun auch wieder nicht !

Woher kam nur dieser Blick aus seinen wunderschönen, himmelblauen Augen ?

Stottern und ängstlich machte mich dieser Traummann darauf aufmerksam, dass ich nur im

Nachthemd und barfuss vor ihm stand.

Ach du gütiger Himmel, wohin hatte mich mein Schönheitswahn nur getrieben ?

Vollbepackt mit Kosmetikproben versteckte ich mich den ganzen Tag über, in einer dunklen Ecke.

Als es Nacht war schlich ich mich so schnell ich konnte nach Hause.

Keiner hat mich je wieder zu Gesicht bekommen.

Und somit ist es egal wie ich aussehe !

 

                                                                                                     by Roswitha Sban

 

Veröffentlicht in der Zeitschrift Kurzgeschichten  Ausgabe : Nr.04/2004